Peridurale hypertone Kochsalztherapie

Peridurale hypertone Kochsalztherapie – kleiner Eingriff mit großer Wirkung

Bis vor wenigen Jahren mussten sich Patienten mit Bandscheibenvorfällen und Spinalkanalstenosen fast immer einer offenen Operation unterziehen. Leider wurde dadurch oft eine Schmerzspirale in Gang gesetzt, die immer neue Operationen nach sich zog.

Die peridurale hypertone Kochsalztherapie als konservative Therapiemethode wurde von dem deutschen Anästhesisten Dr. Karl Schlarb, Backnang entwickelt. Das minimal-invasive Verfahren bietet vielen Patienten eine Alternative zur Operation und hilft auf eine sehr schonende Weise. Die viertägige Behandlung erfolgt ambulant.

Indikationen:

  • Akute und chronische Bandscheibenvorfälle (Prolaps)
  • Bandscheibenvorwölbungen (Protrusionen)
  • Verengungen des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose)
  • Narbenschmerzen nach Bandscheibenoperationen (Postnukleotomie-Syndrom)

Das Problem
Eine Bandscheibe liegt zwischen zwei Wirbelkörpern und besteht aus einem Knorpelfaserring (Anulus fibrosus), der in der Mitte eine Gallertmasse (Nucleus pulposus) enthält.

Bildet sich aufgrund einer Abnutzung ein Riss in dem Knorpelring, kann es zu einem Austritt von Gallertmasse in den Wirbelkanal (Periduralraum) kommen und dadurch eine Reizung der nächstgelegenen Nervenwurzel verursacht werden.

Eine lokale Entzündung, Gewebeschwellung (Ödem) und Minderdurchblutung der Nervenwurzel führen zu Schmerzen, die häufig nicht direkt im Wirbelkanal lokalisiert sind, sondern entlang des Ausbreitungsgebietes der betroffenen Nervenwurzel zum Beispiel in ein Bein ausstrahlen. Die Menge der in den Wirbelkanal ausgequetschten Gallertmasse ist dabei für die Intensität der Beschwerden nicht entscheidend. Unter Umständen kann es sogar zu Lähmungserscheinungen kommen.

80% aller Bandscheibenvorfälle treten im Bereich der Lendenwirbelsäule auf, wobei besonders häufig die unteren Bandscheiben L4/5 und L5/S1 betroffen sind.

Die Therapie
Ziel der periduralen hypertonen Kochsalztherapie ist die möglichst schonende Entwässerung und Abschwellung der geschädigten Bandscheibe und damit die Entlastung der betroffenen Nervenwurzel.

Dazu werden entweder einmalig (single shot) oder mehrfach über einen Katheter schmerzstillende und entzündungshemmende Substanzen an den Ort Nervenreizung injiziert. Die zusätzliche Gabe konzentrierter 10%iger Kochsalzlösung entwässert und schrumpft das umliegende Gewebe entsprechend eines osmotischen Druckgefälles. Es kommt zu einer Druckentlastung der Nervenwurzel und die Grundlage für eine dauerhafte Besserung der Beschwerden ist gelegt.

In vielen Fällen lassen sich so eine offene Operation an der Wirbelsäule und eine unerwünschte Narbenbildung vermeiden.

Vorteile der periduralen hypertonen Kochsalztherapie

  • risikoarme, minimal-invasive Behandlung
  • ambulante Therapie
  • Durchführung in örtlicher Betäubung, d.h., keine Vollnarkose mit den entsprechenden Risiken
  • kein Risiko einer Narbenbildung wie nach einer offenen Bandscheiben-Operation (Postnukleotomie-Syndrom)
  • kein Klinik- oder Reha-Aufenthalt, sondern ambulante krankengymnastische Nachbehandlung
  • rasche Rückkehr zum Arbeitsplatz
  • Wiederholungen der Therapie sind möglich

Weitere Informationen finden Sie unter:

Peridurale hypertone Kochsalztherapie - der Behandlungsablauf

Peridurale hypertone Kochsalztherapie - weitere Informationen

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